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Zwei Männer und eine Frau starten mit Vorfreude in ihre pastorale Ausbildung:Kirche vor Ort gestalten: Drei Neue für das Erzbistum Bamberg

Berufseinsteiger/ -innen und Ausbildungsleiter/ -innen in der Kooperativen Berufseinführung der Metropolie Bamberg (KBMB)
Datum:
Veröffentlicht: 21.9.26
Von:
red

Seit 2024 gibt es die Kooperative Berufseinführung in der Metropolie Bamberg (KBMB), eine erfolgreiche Zusammenarbeit der vier zum Erzbistum Bamberg gehörenden Bistümer Bamberg, Eichstätt, Speyer und Würzburg bei der berufsbegleitenden Ausbildung pastoraler Berufe. Im September startete der nun der 3. Ausbildungsgang. Aus Bamberg sind zwei Männer und eine Frau dabei.

15 Frauen und Männer stark ist der aktuelle Ausbildungsgang zur Einführung in die pastoralen Berufe Gemeindereferent/-in, Pastoralreferent/-in und Priester. Anfang September trafen sich die Kandidatinnen und Kandidaten aus den vier Bistümern Bamberg, Eichstätt, Speyer und Würzburg für einen gemeinsamen Start in Eichstätt.

Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort

Das Erzbistum Bamberg ist im neuen Kurs mit drei Personen vertreten: Marvin Schirmer und Hannah Jäger wollen Pastoralreferent bzw. -referentin werden, Jonathan Andre ist Priesterkandidat. Sie sind aktuell in den Seelsorgebereichen Kulmbach, Nürnberg Nord-Ost und Erlangen-West im Einsatz. Alle drei freuen sich sehr auf die Zusammenarbeit und den Dienst an und mit den Menschen vor Ort:

„Nach den theoretischen Jahren des Studiums freue ich mich nun, zusammen mit und für Menschen im Seelsorgebereich und darüber hinaus zu arbeiten“, betont Marvin Schirmer. „Bei allen berechtigten Fragen, Zweifeln und den dunklen Wolken, die aktuell über uns als Kirche schweben - wenn man sich Zahlen und Prognosen betrachtet - gilt es aber auch gemeinsam die Botschaft Jesu, die uns zur Weitergabe aufgegeben wurde, zu leben, und zu verkündigen“.

Bei Hannah Jäger steht auch die Freude auf die Menschen vor Ort im Mittelpunkt: „Ich freue mich besonders auf die Begegnungen und die Zusammenarbeit mit den Menschen in der Gemeinde. Ich bin gespannt darauf, unterschiedliche Menschen kennenzulernen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Kirche vor Ort zu gestalten“.

Jonathan Andre möchte gern herausfinden, wie er mit seinen persönlichen Voraussetzungen am besten für die Menschen da sein kann: „Ich freue mich in den kommenden drei Jahren besonders darauf, all die Dinge, die im Rahmen der Seminarausbildung an mich herangetragen wurden, in der Arbeit im Seelsorgebereich zu erproben und zu filtern. Und so hoffe ich, dass ich es im Laufe dieser Zeit schaffen werde herauszufinden, wie ich mit meinen Voraussetzungen am besten für die Menschen zu Diensten sein kann“.

Zusätzlich zu ihrer Arbeit an den jeweiligen pastoralen Einsatzorten, werden die 15 in dieser Besetzung nun in den nächsten drei Jahren immer wieder in den verschiedenen Bischofsstädten zusammenkommen. Im Mittelpunkt steht dabei der Austausch über ihre Erfahrungen in den eigenen Diözesen und die berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit: „Wir erhoffen uns, dass die Kandidatinnen und Kandidaten auf diese Weise gemeinsam, aber jeder auf seine Weise und nach seinen Möglichkeiten, fachlich und methodisch für den Berufsalltag dazulernen und menschlich sowie geistlich wachsen“, erläutert Gregor Froschmayr, der als „Theologischer Referent für Ausbildung“ in Bamberg zuständig ist.

Keiner kommt ohne kirchlichen Hintergrund

Die Motive und Wege der 15 Frauen und Männer im aktuellen Ausbildungsgang ähneln einander oft und doch ist jede einzelne Vita, jede einzelne Entscheidung eine ganz persönliche und unvergleichbar. Die Altersspanne lässt das durchaus erahnen, der jüngste Berufseinsteiger ist 24 Jahre, der älteste 51. In der Regel kommen sie aus dem Studium, manche können schon Abschlüsse vorweisen. Einige haben mit oder ohne Ausbildung schon in unterschiedlichen Berufen gearbeitet, Zusatzausbildungen gemacht. Es gibt Einsteiger mit Partner oder Familie, einige haben ausländische Wurzeln. Immer wieder wird die Suche nach einem Sinn, einer Aufgabe im Leben thematisiert. Keiner kommt ohne kirchlichen Hintergrund. Oft ist es die Familie, Verwandtschaft, ein Freundeskreis, eine Person im pastoralen Dienst der Kirche, in der Gemeinde oder in einem Verband, die prägend waren. Einige berichten von markanten Erlebnissen, die sie veranlasst hätten, diesen Berufsweg einzuschlagen, für andere ergab sich diese Entscheidung völlig natürlich und logisch. Meist sind es ganz normale Begegnungen mit ganz normalen Menschen, alltägliche Erlebnisse und absichtslos geführte Gespräche, die bereichernd gewesen seien und den Entschluss gestärkt hätten, selbst eine Bereicherung zu sein.

Die Bistums-Kooperation wurde 2020 im Auftrag der Bamberger Metropolie beschlossen. Sie ist seit 2024 nun zum dritten Mal zustande gekommen und mittlerweile etabliert. Denn die bisherigen Erfahrungen zeigen: die Zusammenarbeit fördert die Vernetzung und erhöht die Qualität der Ausbildung.

Was hat Sie dazu motiviert, sich für einen pastoralen Beruf zu entscheiden? Worauf freuen Sie sich mit Blick auf die kommenden Ausbildungsjahre am meisten und warum? Die ausführlichen Antworten der drei „Neuen“ für Sie zum Nachlesen:

Marvin Schirmer, angehender Pastoralreferent – aktuell im Seelsorgebereich Kulmbach tätig

Zu Frage 1:

Da ich durch meine Familie und mein Umfeld geprägt wurde, bin ich mit Glaube und Kirche aufgewachsen und habe dies immer sehr natürlich, authentisch und selbstverständlich erlebt. Als Jugendlicher habe ich mich auch in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert. Zum Ende der Gymnasialzeit stellt man sich dann die Frage wie es für einen weitergeht. Für mich war klar, dass ich nicht sofort studieren wollte und habe mich dann dazu entschieden Bundesfreiwilligendient zu leisten. Zu dieser Zeit stand für mich die Frage im Raum einen sozialen Beruf zu ergreifen.

Kirche und Theologie haben mich jedoch nicht losgelassen und so entschloss ich mich zum Theologiestudium.

Der Beruf des Pastoralreferenten bietet für mich die Möglichkeit, sozusagen eine Symbiose aus beidem herzustellen, da er beides enthält, den theologischen, aber auch den praktisch-sozialen Teil.

Zu Frage 2:

Nach den theoretischen Jahren des Studiums freue ich mich nun zusammen mit und für Menschen im Seelsorgebereich und darüber hinaus zu arbeiten. Bei allen berechtigten Fragen, Zweifeln und den dunklen Wolken, die aktuell über uns als Kirche schweben, wenn man sich Zahlen und Prognosen betrachtet, gilt es aber auch gemeinsam die Botschaft Jesu, die uns zur Weitergabe aufgegeben wurde, zu leben, und zu verkündigen. Denn bei allem, was auch in den nächsten Jahren kommen wird, ist Gott dabei und braucht uns als seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bei der Berufseinführungswoche wurde das auch deutlich, dass jeder von uns verschieden ist – und das ist gut so! So kann jeder auf seine Weise wirken und unterschiedliche Menschen erreichen. Diese Vielfalt schätze ich und so freue ich mich auch besonders auf die kommenden drei Ausbildungsjahre.

Hannah Jäger, angehende Pastoralreferentin – aktuell im Seelsorgebereich Nürnberg Nord-Ost tätig

Zu Frage 1:

In der pastoralen Arbeit sehe ich einen wertvollen und unverzichtbaren Dienst am Menschen. Gerade in einer Zeit, in der sich Gesellschaft und Kirche stark verändern, halte ich es für wichtig, Kirche präsent, offen und glaubwürdig zu gestalten. Als Pastoralassistentin möchte ich dazu beitragen, dass Menschen sich mit ihren Fragen, Hoffnungen und Lebenssituationen angenommen fühlen.

Besonders wichtig ist mir dabei, Räume zu öffnen, in denen Menschen sich wohl fühlen und den Glauben als etwas Lebendiges und Tragendes erfahren können. Ich möchte Menschen auf unterschiedlichen Wegen begleiten und ihnen vermitteln, dass Kirche auch heute ein Ort der Gemeinschaft, der Orientierung und Begegnung sein kann.

Zu Frage 2:

Mit Blick auf die kommenden Ausbildungsjahre freue ich mich besonders auf die Begegnungen und die Zusammenarbeit mit den Menschen in der Gemeinde. Ich bin gespannt darauf, unterschiedliche Menschen kennenzulernen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Kirche vor Ort zu gestalten. Außerdem freue ich mich darauf, Menschen in den verschiedensten Lebenssituationen zu begleiten.

Jonathan Andre, Priesterkandidat, zurzeit im Seelsorgebereich Erlangen-West tätig

Zu Frage 1:

In meinen Fall würde ich feststellen wollen, dass die Initiative grundlegend von Gott ausgeht. Ich bin klassisch kirchlich sozialisiert worden, bin als Ministrant in das Gemeindeleben eingetaucht und habe dennoch nach dem Abitur begonnen, etwas Technisches zu studieren; das erschien mir damals als das Naheliegendste. Leider (oder Gott sei Dank) habe ich währenddessen feststellen müssen, dass irgendetwas dabei nicht stimmt. Was sich damals zunächst wie ein Scheitern oder eine Katastrophe angefühlt hat, glaube ich heute klarer als Kurskorrektur wahrnehmen zu können. Der kirchliche Wirkungsrahmen, die Seelsorge, das Kümmern, die Sakramente und die Gemeinschaft haben bei mir einen tieferen Eindruck hinterlassen, als ich es selbst zunächst wahrgenommen habe. So bin ich 2020 ins Seminar eingetreten und durfte feststellen, dass die gesamte Zeit seitdem mir vielmehr das Gefühl gegeben hat zu Hause zu sein.

Zu Frage 2:

Meiner Auffassung nach ist der Beruf des Priesters ein zutiefst pastoraler. Natürlich muss ein Priester auch für das eigene Fundament, das eigene geistliche Leben Sorge tragen. Aber ein Priester muss immer auch ein Interesse an Menschen haben und für sie wirken wollen. Gottes- und Nächstenliebe sind in diesem Amt untrennbar miteinander verbunden. Vor diesem Hintergrund freue ich mich in den kommenden drei Jahren besonders darauf, all die Dinge, die im Rahmen der Seminarausbildung an mich herangetragen wurden, in der Arbeit im Seelsorgebereich zu erproben und zu filtern. Und so hoffe ich, dass ich es im Laufe dieser Zeit schaffen werde herauszufinden, wie ich mit meinen Voraussetzungen am besten für die Menschen zu Diensten sein kann; und damit die Brücke zu schlagen zwischen mir selbst und meiner Gottesbeziehung und der gebotenen Nächstenliebe im Kleid der Seelsorge und des Dienstes.